Verhütung

Seit der Verbreitung der "Pille" Anfang der 60er Jahre sind die Möglichkeiten einer Frau zur Empfängnisverhütung sicherer – aber auch infolge der Vielzahl der angebotenen Mittel unübersichtlicher – geworden.

Wissenschaftlich gesicherte Erkenntnisse können Risikopatientinnen für bestimmte Methoden (z.B. die Pille) zunehmend genau definieren, auch Lebensstil, Partnerverhalten und die allgemeine gesundheitliche Verfassung der verhütungswilligen Frau spielen neben dem gewünschten Zuverlässigkeitsgrad der zu wählenden Methode eine entscheidende Rolle.

Die teilweise reißerischen Berichte über tatsächliche oder angebliche Gefahren von Verhütungsmethoden verunsichern manche Patientin und verleiten unter Umständen zu einer falschen Entscheidung, die zu ungewollter Schwangerschaft und dem damit verbundenen Konflikt führen kann.

Ihr Frauenarzt berät Sie – in Kenntnis Ihrer persönlichen Gesundheits- und Lebenssituation – zu diesem Thema, kann vermeintliche von tatsächlichen Nebenwirkungen unterscheiden und Ihnen bei der Wahl der optimalen Methode zur Seite stehen.

 

Natürliche Methoden

Den Samenerguss durch vorzeitige Beendigung des Verkehrs zu vermeiden (sog. "Rückzieher") ist eine ebenso alte wie hoffnungslos schlechte Methode und kann in keinster Weise empfohlen werden.

Die "Pille"

Seit ihrer Entwicklung in den Sechziger Jahren hat sie wie kein anderes Verhütungsmittel zuvor die Empfängnisregelung der Frau revolutioniert.

"Pille danach"

Ist es an einem vermutlich empfängsbereiten Tag zu ungeschütztem Verkehr gekommen oder ein "Malheur" mit einem Kondom passiert, kann binnen 48 Stunden noch die "Pille danach" gegeben werden.

 

 

Die Minipille

Oft durch die verwirrende Ähnlichkeit des Begriffes der "Mikropille" (=normale Pille mit sehr geringen Östrogengehalt) mit dieser verwechselt, stellt die Minipille ein völlig anderes Prinzip dar.

3-Monats-Spritze

Durch eine hohe Dosis eines künstlichen Gelbkörperhormons wird die Schleimhaut der Gebärmutter massiv beeinflusst. Es kommt häufig zu Zwischenblutungen, die zusätzliche Injektionen des Präparates erforderlich machen können; mittelfristig bleibt die Blutung meist völlig aus.

Kupfer – Spirale (=IUP/IUD)

Schon vor Tausenden von Jahren war den Völkern Mesopotamiens bekannt, dass in die Gebärmutter eingeführte kleine Fremdkörper bei Nutztieren (wie z. B. Kamelen) eine unerwünschte Empfängnis (z.B. auf beschwerlichen Karawanen) vermeiden können.

 

 

Hormonspirale (Mirena®)

Seit Ende der 90er Jahre ist auch in Deutschland die Spirale erhältlich, die neben dem üblichen Spiraleneffekt auf Eitransport und Spermienbeweglichkeit durch kontinuierliche Hormonabgabe an die Gebärmutterschleimhaut wirkt.

Hormon-Implantat (Implanon ®)

Das Kunststoff-Stäbchen wird unter die Haut an der Innenseite des Oberarms eingesetzt und bewirkt die dauerhafte Gabe eines Gelbkörperhormones über eine Beeinträchtigung von Gebärmutterschleimhautwachstum und Muttermundschleim eine sichere Verhütung.

Mechanische Verhütungsmittel

Nicht zuletzt wegen der Gefahr sexuell übertragener Erkrankungen (z.B. AIDS) bieten mechanische Verhütungsmittel neben der Verhinderung einer Empfängnis erheblichen zusätzlichen Nutzen.